SCHAUSPIEL
ROMEO UND JULIA
// William Shakespeare
Eine Geschichte von Liebe und Tod. Wir kennen sie seit Menschengedenken und hoffen dennoch jedes Mal wieder auf ein Happy End: Wenn doch Julia nur dies eine Mal nur eine Minute eher erwachen würde! – Aber dann wären wir nicht so tief berührt. Die wahre Liebe ist doch die unglückliche, die unerfüllte; die junge Liebe, die rein bleibt, unbeschmutzt von der Zeit und den Banalitäten des Alltags: pur.
Eine Geschichte, zu schön um wahr zu sein. Aber das ist sie ja auch nicht. Romeo und Julia sind nicht wie wir, sie sind Traumgebilde, Ideale, ein strahlender Schimmer Ewigkeit in unserer schnellen, liebeleeren Epoche. Eine Inspiration, der Endlichkeit des Lebens mit der Ewigkeit der Liebe zu begegnen.
Liebe: zum allerersten Mal, Grenzerfahrung, Rausch, Begierde, ein Tanz zwischen Himmel und Abgrund. Unschuldig, heimlich, verboten.
Tod: plötzlich, blutig, unverdient und unnötig, alles andere relativierend, außer der Liebe. Die macht er groß. Bevor alle Blütenträume verwelkt sind, macht der Tod Vergänglichkeit zu Ewigkeit.
Erzählt wird aber nicht von zwei Helden der Liebe – Julia und Romeo sind wie alle Teenager, neugierig und erfahrungsdurstig, manchmal verspielt und albern, und dann wieder ganz zart, verunsichert, verwundbar, ängstlich, verwirrt und verloren. Und sie finden im Chaos ihrer Gefühle etwas Gutes, etwas Wahres.
Die Liebe, die die Maske der Coolness hebt und Menschen zu Narren macht, findet ihren Gegenpart in den Shakespear’schen Narren, die unter dem Deckmantel der Tollheit Zusammenhänge aufdecken und die Wahrheit entlarven. In Romeo und Julia sind sie zwar nur angedeutet und entbehren noch der Weisheit von Touchstone oder Lear’s Narren, doch halten sie uns schon hier den Spiegel vor: sie haben die Lizenz, wie Kinder und Verrückte stets die Wahrheit zu sagen – und sie erinnern sie uns an uns selbst, wenn wir verliebt sind, liebes-toll, komische und tragische Figuren zugleich, nach außen hin Clowns – und im Inneren zerrissen und tieftraurig.
Inszenierung: Heidemarie Gohde
Ausstattung: Uwe Oelkers
Fechtmeister: Tamás von Mandy
Dramaturgie: Anja Simon
Mit: Johanna Bronkalla, Olivia Sue Dornemann, Ingrit Gabriel, Karin M. Schneider, Eva Steines, Christin Wehner; Tobias Bode, Ulrich Bosch, Jürgen Brunner, Gerald Leiß, Eckhart Neuberg, Felix Pielmeier, Volker J. Ringe, Patrick L. Schmitz, Florian Walter; Statisterie
Premiere: 9. Mai 2009 | 19:30 Uhr | Großes Haus
Weitere Vorstellungen: 10., 13.-18., 23. 25., 27.-29. Mai 2009
Schulvorstellungen: 20. Mai 2009
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